In der heutigen dynamischen Wirtschaftswelt stehen Unternehmen vor der ständigen Herausforderung, ihre Produktportfolios zu optimieren, um die Komplexität und die Kosten im Griff zu halten und somit ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig sicherzustellen. Lediglich ein kleiner einstelliger Teil der Unternehmen ist für die überwiegende Mehrheit des positiven Produktivitätswachstums verantwortlich. Diese Unternehmen erreichen ihr beeindruckendes Produktivitätswachstum vor allem durch strategische Portfolioentscheidungen – durch die Verlagerung von Produktportfolios in Bereiche mit höherem Mehrwert und die Fokussierung auf Produktlinien mit höherem Kundenwert.
Die Herausforderungen eines wachsenden Produktportfolios
Viele Industrieunternehmen stehen bei ihrem aktuellen Produktportfolio jedoch vor diversen Herausforderungen:
- Ein signifikanter Anteil ihres Portfolios generiert kaum Umsatz/Mehrwert
- Es besteht keine vollständige Kostentransparenz, weswegen die reale Marge der Produkte nur schwer greifbar ist
- Es gibt eine Vielzahl an unterschiedliche Interessen in der eigenen Organisation (Regionen, Fachdisziplinen, …)
- Eine große Diversität an Kundenwünschen muss gesteuert werden
- Es existieren vielfältige Abhängigkeiten zwischen den Absatzzahlen und den Margen von Produkten, insbesondere, wenn Gleichteile verwendet werden oder Großkunden mehrere Produkte beziehen
- Die Marktentwicklung ist aufgrund wechselnder Kundenbedürfnisse, neuer Vorschriften oder technologischer Innovationen schwer vorhersehbar
Diese Faktoren führen häufig zu einem unstrukturierten Portfolio-Wachstum, bei dem kaum Produkte aussortiert werden. Dadurch steigen Komplexitätskosten – etwa durch fehlende Skaleneffekte, aufwendigere Fertigungsprozesse, längere Rüstzeiten sowie höhere Kosten in Vertrieb und Produktmanagement.
TARGUS in der Praxis: Erfolgreiche Produktportfoliooptimierung bei einem Maschinenbauunternehmen
Genau bei diesen Herausforderungen setzt die Produktportfoliooptimierung von TARGUS an. Der Ansatz betrachtet die Gesamtheit der Produkte und optimiert das Portfolio so, dass es bestmöglich zu den finanziellen und strategischen Zielen des Unternehmens passt und die Ressourcen optimal eingesetzt werden. Dies konnte unter anderem bei einem Maschinenbauunternehmen unter Beweis gestellt werden. Das Unternehmen stand vor der Herausforderung, sein Produktportfolio in einem sich ändernden Umfeld zukunftssicher aufzustellen.
Die Ausgangssituation
Die Neuaufstellung des Portfolios gestaltete sich aufgrund einer Vielzahl an unklaren Rahmenbedingungen als herausfordernd.
Zum einen fehlte es an ausreichender Transparenz über die tatsächliche Profitabilität einzelner Produkte. Zum anderen bestand erhebliche Unsicherheit hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung verschiedener Technologien, des Ausbaus der Infrastruktur sowie der nationalen und internationalen regulatorischen Rahmenbedingungen. Damit verbunden waren auch offene Fragen zur zukünftigen Marktgröße und den spezifischen Anforderungen. Dennoch mussten bereits frühzeitig strategische Grundsatzentscheidungen getroffen werden, um künftig wettbewerbsfähige Lösungen anbieten zu können.
Änderungen des Portfolios wurden des Weiteren durch viele gegenseitige Abhängigkeiten erschwert, darunter Kundenwünsche und -varianz, Gleichteile, Lieferantenabhängigkeiten, Preise, Auslastung der Fertigungslinien und Standortfragen.
Der TARGUS-Ansatz
TARGUS entwickelte einen strukturierten Ansatz zur Optimierung des Produktportfolios, der folgende Schritte folgte:
- Schaffung einer umfassenden Kostentransparenz innerhalb des Produktportfolios
- Identifizierung von Abhängigkeiten im Portfolio
- Definition und Bewertung von Szenarien für ein zukunftsorientiertes Produktportfolio unter Berücksichtigung verschiedener Parameter wie technologischen Trends, regulatorischen Veränderungen und Marktentwicklungen mithilfe eines standardisierten Portfolio-Simulations-Tools
- Ganzheitliches Verständnis der Auswirkungen aller Szenarien sowie Formulierung von Handlungsoptionen unter Berücksichtigung von Abhängigkeiten zu Kunden, Lieferanten, dem Produktionsnetzwerk sowie dem Ressourcen- und Budgetbedarf
- Definition einer flexiblen, längerfristigen Implementierungs-Roadmap unter Berücksichtigung unsicherer Randbedingungen
Um die kontinuierliche Neubewertung der Roadmap zu ermöglichen, sollten zudem Prozesse und Routinen geschaffen werden, die beim Eintreten von Trigger-Punkten durchlaufen werden sollten.
Definition von Szenarien
Neben klassischen Szenarien wie der Einstellung oder Weiterentwicklung von Produkten wurden auch strategisch weitergehende Optionen systematisch geprüft. Dazu zählen M&A-Maßnahmen für Produktlinien, Kooperationen mit Wettbewerbern sowie das Erschließen neuer Märkte und Anwendungsfelder. Dadurch entstand eine solide Basis, um den Lösungsraum zu erweitern und kreative Ansätze für die Optionenfindung zu fördern.
Das Portfolio-Simulations-Tool
Ein zentrales Element für die Bewertung der Szenarien war die Entwicklung eines Portfolio-Simulations-Tools, das alle erforderlichen Informationen konsolidierte, um den Net Present Value (NPV) für jedes Szenario zu simulieren. Durch die Monte-Carlo-Simulation des NPV für verschiedene Szenarien konnten signifikante Unterschiede zwischen den Szenarien identifiziert werden, wodurch eine faktenbasierte Entscheidung für die optimale Strategie möglich war.
Der Nutzen für den Kunden
Durch das Vorgehen, das TARGUS beim Maschinenbauer etabliert hat, konnten mehrere zentrale Ziele erreicht werden:
- Volle Transparenz über die tatsächliche Profitabilität der Produkte, inkl. indirekter Faktoren wie z.B. Kosten für die Produktpflege sowie Servicekosten und -einnahmen
- Konkrete Szenarien für die Entwicklung des Portfolios und die Methodik, um künftig weitere Szenarien abzuleiten
- Aufbau einer strukturierten Vorgehensweise, mit der Szenarien anhand verlässlicher Daten unter vielfältigen Unsicherheiten bewertet und daraus priorisierte Maßnahmen empfohlen werden
Das Projekt befähigt das Unternehmen, auch unter erheblichen Unsicherheiten bezüglich zukünftiger Technologien und Rahmenbedingungen fundierte Portfolioentscheidungen zu treffen. Damit wird langfristig die Wettbewerbsfähigkeit gesichert. Dank einer flexiblen Umsetzungsstrategie mit klar definierten Trigger-Punkten kann das Unternehmen zudem rasch und wirkungsvoll auf Marktveränderungen reagieren.
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