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Benchmarks im Materialgruppenmanagement (MGM)

Benchmarks im Materialgruppenmanagement (MGM)
by Florian Geiger

Kooperation mit dem BME – erste Studienergebnisse

Obwohl eine kostengünstige Beschaffung für jedes Unternehmen evident wichtig ist, lässt sich bei den meisten Unternehmen ein deutliches Verbesserungspotenzial in der Kostenarbeit erkennen. Dies ergibt eine Studie, die TARGUS Management Consulting in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband für Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) durchgeführt hat. Zwar sind das Materialgruppenmanagement (MGM) und die Arbeit in interdisziplinären Teams nahezu in allen Unternehmen etabliert, dennoch wird das Materialgruppenmanagement (MGM) nicht prozessual unterstützt, zum Beispiel durch Gremien, fachbereichsübergreifende Ziele oder ein einheitliches Maßnahmen-Controlling. Der Prozess wird nicht richtig gelebt.

BME-Umfrage TOP Kennzahlen: Beispiel Materialgruppenmanagement (MGM)

TARGUS Management Consulting unterstützt Unternehmen praktisch durch erweiterte Handlungsempfehlungen im Materialgruppenmanagement, um aus dem Materialgruppenmanagement ein ganzheitliches Materialkostenmanagement (MKM) zu generieren. So helfen wir beim Heben von versteckten Potenzialen im Einkauf und geben Hilfestellung bei der Weiterentwicklung der Einkaufsorganisation. Ein wichtiges Element für eine fundierte Herleitung der Handlungsempfehlungen ist ein speziell von TARGUS entworfener Fragebogen im Rahmen der BME-Umfrage TOP Kennzahlen, die im letzten Jahr erstmalig durchgeführt wurde und dieses Jahr fortgesetzt wird.

Der Fragebogen ist z. B. in Bezug auf das Materialgruppenmanagement speziell auf die Kostenarbeit bzw. die Effektivität des Einkaufs ausgerichtet und adressiert alle relevanten Gebiete:

  • Transparenz und Verantwortung
  • Teamarbeit
  • Ziele und Maßnahmenplanung
  • Unternehmensplanung, Berichtswesen und Eskalation
  • Strategie, Organisation und Systeme

TARGUS identifiziert Ihren Status innerhalb der Evolutionsstufen im Materialgruppenmanagement (MGM)

Mit den Ergebnissen der Umfrage lässt sich der bestehende Status im Materialgruppenmanagement bzw. in der Kostenarbeit sehr gut abbilden. Ferner kann der Grad der Zielerreichung, d. h. der Effektivität und Effizienz des Einkaufs, basierend auf den fünf Evolutionsstufen im Materialgruppenmanagement gemessen werden.

TARGUS Evolutionsstufen des Materialgruppenmanagements L - Benchmarks im Materialgruppenmanagement (MGM)

Die fünf Evolutionsstufen des Materialgruppenmanagements (MGM)

Im Rahmen der bisherigen Ergebnisse konnten bereits einige generelle Problematiken im Materialgruppenmanagement identifiziert werden. So besteht eine starke Diskrepanz zwischen einer guten Ausgangssituation mit hoher Datentransparenz und dem Bekanntsein der relevanten Stakeholder, die oft auch in die Teamarbeit integriert sind, und der mit nur 20 % defizitären Nutzung der theoretisch möglichen Potenziale und Hebel beim Kostenmanagement.

TARGUS MKM Quader L - Benchmarks im Materialgruppenmanagement (MGM)

Status des Materialkostenmanagements (MKM) mit dem MKM-Quader

Die Studie 2016 zeigt für das Materialgruppenmanagement anhand des Materialkostenmanagement-Quaders (MKM-Quader) folgendes:

  • Die mittlere Abdeckung liegt bei 79 % – erwartungsgemäß ein hoher Wert.
  • Die mittlere Durchdringung liegt bei 37 % – ein äußerst niedriger Wert.
  • Die mittlere Ausschöpfung liegt bei 67 % – ein hoher Wert, der sich jedoch aufgrund der geringen Durchdringungstiefe relativiert.
  • Die Materialkosteneffektivität als Produkt der drei Parameter liegt über allen Unternehmen bei nur 20 % (= 79 % * 37% * 67 %).
  • Ergebnis: 80 % der vorhandenen Potenziale bleiben ungenutzt.

Zurückführen lässt sich diese geringe Nutzung der vorhandenen Potenziale auf einen Einkauf, der nicht ausreichend in die Prozesse eingebunden ist. Dies gilt für viele fachbereichsübergreifende Fragestellungen (z. B. Make or Buy oder Standortentscheidungen) und insbesondere für den entwicklungsbegleitenden Einkauf. Daraus ergibt sich direkt auch eine geringere Zielerreichung in den höheren Evolutionsstufen für das Materialgruppenmanagement.

Individuelle Bewertung des eigenen Materialgruppenmanagements (MGM) möglich

Dank der statistisch signifikanten Stichprobe der Umfrage 2016 kann basierend auf den Ergebnissen der Grad der Zielerreichung über statistisch belegbare Korrelationen in Bezug zur Kostenarbeit gestellt werden. Durch den Vergleich dieser Korrelationen mit den individuellen Daten eines einzelnen Unternehmens lassen sich im Rückschluss die Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung der Einkaufsfunktionen und des Materialgruppenmanagements dieses Unternehmens identifizieren.

Aufwand und Nutzen von Materialgruppenmanagement (MGM) verifiziert

Neben der individuellen Analyse konnten die erfahrenen Einkaufsspezialisten von TARGUS anhand der Korrelationsanalysen bereits einige wichtige allgemein gültige Handlungsempfehlungen für den Einkauf identifizieren.
So konnte der Zusammenhang von Aufwand (Personalstärke, interdisziplinäre Arbeit …) und Nutzen (Effektivität des Einkaufs, Erreichen von Kosten- und Einsparzielen) beim Materialgruppenmanagement klar in acht Handlungsbereichen verifiziert werden:

Penetration:

Je intensiver Maßnahmenplanung, -ausarbeitung und -monitoring, desto erfolgreicher ist die Materialkostenarbeit.

Zielsetzung:

Je enger die Anbindung an die Firmenstrategie, desto eher sind auch vorstandsnahe Eskalations- und Berichtsroutinen möglich. Die Ziele der Teams sind daher direkt aus der Strategie abzuleiten und sollten in konkret dokumentierter Form gegenüber den Teams kommuniziert werden.

Früheinbindung:

Je besser Lieferanteninnovationen berücksichtigt werden, desto erfolgreicher ist die Materialkostenarbeit und desto eher werden Zielpreise für Neuentwicklungen eingehalten.

Kooperation:

Die Früheinbindung des Einkaufs ist vor allem dann erfolgreich, wenn im Rahmen interdisziplinärer Zusammenarbeit vorab Dienstleistungen für die Fachbereiche erbracht werden, z. B. in Form von Make-or-Buy-Entscheidungen oder bei TCO-Analysen. Für die richtige Teambesetzung ist es notwendig, alle Stakeholder zu kennen, in die Teamarbeit einzubinden bzw. zu informieren und zur Mitarbeit anzuregen. Dabei sollte auch auf die Ziele der Fachbereiche Rücksicht genommen werden.

Lieferantenqualifizierung:

Je mehr Innovationen und technologische Trends berücksichtigt werden, desto mehr aktive Lieferanten gibt es.

Kernkosten:

Die Analyse von theoretischen Minimalkosten ist der wesentliche Hebel bei der Zielerreichung der Materialkosten.

Controlling:

Je detaillierter das Maßnahmen-Controlling im Materialgruppenmanagement ist, desto höher ist der Umsetzungserfolg. Neben der Ausplanung von Einzelaktionen ist vor allem auch die Arbeit an langfristigen Themen ein Kennzeichen erfolgreicher Unternehmen.

Qualifizierung:

Die kontinuierliche Qualifizierung der Mitarbeiter, auch im Hinblick auf das Materialgruppenmanagement, ist evidente Voraussetzung für die erfolgreiche Arbeit im Einkauf.

Die vollständigen Ergebnisse der Umfrage sind in dem Bericht BME TOP Kennzahlen Benchmark 2016 zusammengefasst.

Materialgruppenmanagement (MGM) – erneute Umfrage im Frühjahr 2017

Im Rahmen der kommenden Umfrage im Frühjahr 2017 ist eine weitergehende Verknüpfung der Ergebnisse mit einem konkreten Ergebnisbeitrag zum Materialgruppenmanagement geplant. Zu diesem Zweck wird ein Bewertungsmodell für das Materialgruppenmanagement erstellt, das eine spezifische Bewertung der erwarteten Effekte zulässt.

Damit wird dem Einkauf mit dem Materialgruppenmanagement ein Mittel an die Hand gegeben, mit dem die Forderung nach bereichsübergreifender Zusammenarbeit und Einflussnahme auf die Kosten eindeutig unterstützt wird. Zudem kann jeder Teilnehmer auf Wunsch eine direkte Rückmeldung erhalten, wie die eigene Organisation im Vergleich zu den anderen Teilnehmern im Materialgruppen- und Materialkostenmanagement abschneidet.

Beteiligen Sie sich an der BME-Umfrage TOP Kennzahlen und erfahren Sie mehr über Ihr Materialgruppenmanagement. Wenn Sie Interesse an den Ergebnissen zum Materialgruppenmanagement der Studie 2016 haben, kontaktieren Sie uns gerne.

Kontakt:

Urban 7210 - Benchmarks im Materialgruppenmanagement (MGM)

Dr. Marcel Urban
E-Mail: marcel.urban@targusmc.de

Kneip 7098 - Benchmarks im Materialgruppenmanagement (MGM)
Dr. Martin Kneip
E-Mail: martin.kneip@targusmc.de